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Die Gefahren durch die Volkskrankheit Osteoporose werden in Europa nach Ansicht von Fachärzten weiterhin deutlich unterschätzt. “Nur knapp die Hälfte der Erkrankten wird überhaupt korrekt diagnostiziert, und nicht einmal ein Viertel von ihnen bekommt eine sachgerechte Therapie“, sagte der Orthopäde Wolfhart Puhl zum Auftakt des Europäischen Orthopädiekongresses (EFORT) 2009 in Wien. Der jüngsten Statistik zufolge sind die Chancen einer 50-jährigen Frau, in Folge eines durch Osteoporose verursachten Oberschenkelhalsbruchs zu sterben, statistisch ebenso groß wie ihr Tod durch Brustkrebs, sagte Puhl vom Orthopädikum Allgäu.
Nach Angaben Puhls leiden allein in Deutschland bereits rund acht Millionen Menschen an Osteoporose. EU-weit gehen Experten von fast 48 Millionen Betroffenen bei demografisch bedingt zunehmender Tendenz aus. Die Zahl der Oberschenkelhalsbrüche aufgrund von Osteoporose liege bei 120.000 in Deutschland und EU-weit bei mehr als einer Million, berichtete der scheidende EFORT-Präsident. Puhl forderte eine intensivere Vorbeugung. Die würde sich nach seinen Worten nicht nur gesundheitlich, sondern auch wirtschaftlich lohnen: Allein in Deutschland belasteten die Folgekosten der Osteoporose die Gesundheitsbudgets mit rund vier Milliarden Euro pro Jahr. Darüber hinaus müssten Knochenbrüche bei Osteoporose-Patienten ganz anders behandelt werden, als Frakturen bei jüngeren Menschen, sagte Puhl: “Die Knochen sind poröser, die Betroffenen leiden an vielen verschiedenen Erkrankungen. Wichtig ist hier etwa, dass die Fraktur möglichst rasch operativ versorgt wird und die Patienten nach dem chirurgischen Eingriff auch wieder möglichst rasch auf die Beinekommen.” Ebenso notwendig sei auch eine interdisziplinäre Betreuung -unter anderem unter Einbeziehung von Geriatern.
Quelle: PZ
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