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Lakritze beugt postoperativer Rachenentzündung vor

09.07.09

Permalink 14:35:34, Kategorien: Vermischtes

Link: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/37288/Lakritze_beugt_postoperativer_Rachenentzuendung_vor.htm

Indische Anästhesiologen haben möglicherweise ein einfaches Mittel gegen die häufigen Rachenirritationen nach Intubationsnarkosen gefunden. Ihrer Studie in Anesthesia & Analgesia (2009; 109: 77-81) zufolge senkt ein fünfminütiges Gurgeln mit einer Lakritzlösung unmittelbar vor der Operation die Inzidenz eines postoperativen „sore throats“ (POST).

Der in Lakritze enthaltenen Glycyrrhizinsäure werden expektorierende, sekretolytische und sekretomotorische Wirkungen nachgesagt. Sie ist bei Husten und Erkältungen ein altes Hausmittel. Auch auf Entzündungen im Rachenraum soll der Extrakt der Süßholzwurzeln lindernd wirken.

Dies veranlasste Anil Agarwal vom Sanjay Gandhi Post Graduate Institute of Medical Sciences in Indien, die Wirkung der Lakritze bei einem häufigen Problem in der Anästhesiologie zu untersuchen: Die meisten Patienten klagen nach dem Erwachen über eine Reizung der Schleimhaut in Pharynx und Larynx, was eine Folge der Intubation ist.

Da die Patienten vor der Operation nichts essen oder trinken sollen, baten die Anästhesisten 20 Patienten unmittelbar vor der Operation fünf Minuten lang mit einer Lakritzlösung zu gurgeln und diese dann auszuspucken. Zwanzig weitere Patienten gurgelten mit einer Wasserlösung.

Nach der Operation klagten 15 Patienten, die mit Wasser gegurgelt hatten, aber nur 4 Patienten, die Lakritze verwendet hatten, über eine POST. Auch der postoperative Hustenreiz wurde gelindert. Die Studie war allerdings nicht doppelblind. Zwar wussten die Ärzte nicht, ob die Patienten mit Wasser oder Lakritzlösung gegurgelt hatten, die Patienten werden dies aber zweifellos am Geschmack erkannt haben.

Die Nebenwirkungen waren in beiden Gruppen gleich. Agarwal hält das Gurgeln mit Lakritz deshalb für eine einfache und kostengünstige Behandlung. Komplikationen könnten sich allenfalls ergeben, wenn die Patienten sich vor der Operation verschlucken.

Quelle: aerzteblatt.de

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